Was bedeuten die Schlitten Einstellungen bei der Brother Strickmaschine genau?

Was bedeuten die Schlitten Einstellungen bei der Brother Strickmaschine genau?

1. August 2026. Später Abend im Keller, draußen ist es noch warm, aber hier unten starre ich auf diesen grauen Metallklotz – meinen Schlitten. Es ist jetzt über ein Jahr her, dass ich dieses Wunderwerk der Technik für 60 Euro auf dem Flohmarkt ergattert habe. Damals dachte ich, ich schiebe das Ding einfach hin und her und unten purzelt der fertige Pulli raus.

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Pustekuchen. Die ersten drei Wochen habe ich eigentlich nur Knoten produziert. Ganze Berge aus verhedderter Wolle. Falls du auch gerade vor deiner Brother sitzt und dich fragst, ob diese ganzen Hebel und Knöpfe eigentlich eine geheime Botschaft an Außerirdische sind: Ich fühle mit dir. Ich bin absolut keine Profi-Strickerin, sondern lerne das alles gerade auf die harte Tour.

Übrigens, bevor ich mich in die Details stürze: Wenn du über einen meiner Links einen Kurs kaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich kostet das keinen Cent mehr. Ich empfehle hier nur Dinge, wie die gläserne Strickmaschine, die ich wirklich selbst nutze, um nicht jedes Mal weinend vor meinen 200 Nadeln zu sitzen.

Der Schlitten: Das Gehirn meiner alten Brother

Stell dir den Schlitten wie den Chef in der Küche vor. Er sagt jeder einzelnen Nadel, was sie zu tun hat. Ohne Schlitten ist die Maschine nur ein langes Brett mit Metallhaken. Mein Modell hat einen Nadelabstand von 4,5mm – das ist der Standard für feines Garn. Und auf diesem schmalen Raum passiert die ganze Magie (oder das ganze Chaos, je nachdem, was ich mal wieder falsch eingestellt habe).

Anfangs dachte ich, die Buchstaben 'N' und 'H' wären vielleicht Abkürzungen für 'Nett' und 'Hilfe'. Letzteres hätte zumindest zu meinem Gesichtsausdruck gepasst. Aber nein, jede Einstellung am Schlitten verändert, wie die Nadeln das Garn fangen. Wenn man das nicht versteht, ist es so, als würde man versuchen, einen Kuchen zu backen, indem man wahllos Knöpfe am Herd drückt.

Die Maschenweite: Das große Rad in der Mitte

Das auffälligste Teil am Schlitten ist dieses große Rad mit den Zahlen von 0 bis 10. Das ist die Maschenweite. Es ist eigentlich wie beim Häkeln: Nimmst du eine dicke Nadel, werden die Maschen locker. Nimmst du eine dünne, wird alles fest und brettig. Nur dass man hier nicht die Nadel wechselt, sondern dem Schlitten sagt, wie weit er die Nadeln nach hinten ziehen soll.

Ich habe am Anfang den Fehler gemacht, eine viel zu kleine Zahl für mein Garn zu wählen. Das Ergebnis? Der Schlitten hat sich so festgefressen, dass ich dachte, ich hätte die ganze Maschine geschrottet. Bei meiner Brother mit ihrem 4,5mm Nadelabstand muss man echt aufpassen. Wenn die Spannung zu fest ist, schreien die Nadeln förmlich um Hilfe. Ich notiere mir inzwischen für jedes Garn die perfekte Einstellung in meinem Lerntagebuch, damit ich nicht zum zehnten Mal denselben Fehler mache.

Nahaufnahme des Maschenweiten-Rads an einer Brother Strickmaschine

Die Tasten-Kombinationen: Part, Tuck und Plain

Jetzt wird es richtig wild. Diese Knöpfe vorne am Schlitten. Bei meiner Brother gibt es meistens zwei 'Part'-Tasten und zwei 'Tuck'-Tasten. Lange Zeit habe ich die einfach ignoriert, weil ich Angst hatte, dass die Maschine explodiert. Aber eigentlich sind sie ganz logisch, wenn man sie mal mit Häkeln vergleicht.

Wenn man versteht, dass diese Knöpfe nur bestimmen, ob eine Nadel 'Stricken', 'Fangen' oder 'Ignorieren' soll, verliert das Ganze seinen Schrecken. Es ist wie eine Weiche bei der Eisenbahn.

Der N-H Hebel: Ein kleiner Schieber mit großer Wirkung

An der Seite des Schlittens sitzt oft ein kleiner Hebel, den man von N auf H schieben kann. Das hat mich Wochen gekostet! N steht für Normal. H steht für Holding (Halten). Das ist super wichtig, wenn man zum Beispiel einen Halsausschnitt strickt oder die Schultern formt.

Wenn der Hebel auf H steht, ignoriert der Schlitten alle Nadeln, die ganz weit vorne stehen (in der sogenannten E-Position). Das ist lebensrettend! Früher habe ich die Nadeln immer mühsam von Hand abgestrickt, bis ich kapiert habe, dass dieser kleine Hebel das für mich erledigt. Mehr zu den Nadelpositionen habe ich übrigens mal hier aufgeschrieben: Brother Strickmaschine Nadelpositionen erklärt. Es hilft enorm, wenn man weiß, warum eine Nadel plötzlich nicht mehr mitspielt.

Wenn die Katze dazwischenfunkt: Die Tücken im kleinen Haushalt

Hier kommt ein Punkt, den kein Profi-Handbuch erwähnt: Was passiert, wenn man in einer kleinen Wohnung strickt und plötzlich ein Haustier meint, der Schlitten sei ein tolles Spielzeug? Mein Kater liebt es, genau in dem Moment auf den Tisch zu springen, wenn ich gerade mit Schwung den Schlitten schiebe.

Das Problem ist: Wenn man den Schlitten durch eine plötzliche Störung – sei es der Kater oder weil man irgendwo hängen bleibt – ruckartig bewegt oder mitten in der Reihe stoppt, ist das oft das Todesurteil für die aktuelle Reihe. Bei 200 Nadeln auf dem Bett ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich irgendwo eine Schlaufe verheddert oder – Gott bewahre – der ganze Schlitten blockiert. In einem engen Haushalt lernt man schnell, den Schlitten mit einer ganz gleichmäßigen, fast meditativen Bewegung zu führen. Bloß keine Hektik! Ein kleiner Ruck, und man darf wieder von vorne anfangen. Ich habe so schon Stunden an Arbeit verloren, nur weil ich mich erschreckt habe.

Deshalb mein Tipp: Immer erst schauen, ob die Laufbahn frei ist. Nicht nur von Nadeln, sondern auch von Kaffeetassen, Wollknäueln oder eben Haustieren. Wenn der Schlitten einmal läuft, muss er fließen.

Wie ich endlich den Durchblick bekam

Nach etwa drei Wochen purer Frustration und einem Berg an Woll-Knoten, der fast so hoch war wie mein Bügelbrett, habe ich eingesehen, dass ich Hilfe brauche. Ich habe mich für den Kurs Die gläserne Strickmaschine angemeldet. Das war der Moment, in dem es 'Klick' gemacht hat.

Dort wird Schritt für Schritt erklärt, was diese mechanischen Tore im Schlitten eigentlich machen. Man sieht im Video genau, was passiert, wenn man auf 'Tuck' drückt. Das ist tausendmal besser als jede vergilbte Anleitung von 1980. Dank des Kurses habe ich auch gelernt, wie man Maschen mit dem Deckerkamm umhängt, ohne dass alles von den Nadeln rutscht. Es gibt einem einfach die Sicherheit, die man als Anfängerin braucht, wenn man sich nicht traut, die teure Wolle anzurühren.

Heute, Monate später, schaue ich auf meine Strickstücke und sehe echten Stoff. Keine Knoten, keine Tränen (naja, fast keine). Der Schlitten ist nicht mehr mein Feind, sondern mein Werkzeug. Er braucht nur klare Ansagen. Wenn ich die Knöpfe richtig drücke, macht er genau das, was er soll. Und wenn es doch mal schiefgeht? Dann liegt es meistens daran, dass ich vergessen habe, den Reihenzähler zurückzusetzen oder mein Kater meinte, er müsse mit dem Fadenmast spielen.

Hab keine Angst vor deiner Brother. Sie ist eine alte Dame, die ein bisschen Zuneigung und die richtigen Einstellungen braucht. Fang einfach mit 'Plain' an, lerne deine Nadelpositionen und trau dich dann langsam an die Part- und Tuck-Tasten ran. Und wenn du fertig bist und alles zusammennähen musst, schau dir unbedingt den Matratzenstich für saubere Ergebnisse an. Das macht am Ende den Unterschied zwischen 'selbstgemacht' und 'profi-like'.

Du schaffst das! Wir Anfängerinnen müssen schließlich zusammenhalten.