Glossar der Maschinenstrick-Begriffe für Anfänger

Woche 12, Mittwochabend, Wohnzimmertisch -- und ich habe zum wiederholten Mal "Sperrschiene" und "Abstreifer" durcheinandergebracht. Diesmal am Telefon mit dem Ersatzteilhändler, der mich am Ende ganz sanft gefragt hat, welches Teil ich denn nun eigentlich meine. Genau deshalb gibt es diese Seite: eine Liste mit jedem Fachwort, das mir seit dem Flohmarktkauf im Frühling schon mal die Schamröte ins Gesicht getrieben hat. Bis heute stehen bei mir etwa 165 Euro für Maschine, Garn und einen Online-Kurs zu Buche -- und mindestens drei Bestellungen sind falsch rausgegangen, weil ich ein Bauteil beim falschen Namen gesucht habe. Diese Tabelle ist mein eigener Spickzettel. Vielleicht erspart sie dir den einen oder anderen peinlichen Anruf.

Decoder der vier Nadel-Grundstellungen mit den Bezeichnungen von Brother und Silver Reed: Außer Arbeit heißt bei beiden A, Arbeitsposition bei beiden B; die Muster-Vorwahlposition heißt bei Brother D, bei Silver Reed C; die Halteposition heißt bei Brother E, bei Silver Reed D. Zwei Stellungen sind bei beiden Herstellern gleich benannt, zwei nicht.
Die vier Nadel-Grundstellungen mit den Buchstaben von Brother und Silver Reed – zum Einbetten (Credit: mein-strickweg.pages.dev). Bezeichnungen können je nach Modell variieren.

Grundbegriffe und Bauteile

Hier die Bauteile, ungefähr in der Reihenfolge, in der ich sie kennengelernt habe -- meistens, weil genau das Teil gerade nicht so wollte, wie ich wollte.

Begriff Definition und Funktion
Abstreifer Ein am Schlitten befestigtes Bauteil (englisch: sinker arm), das das Gestrick beim Stricken nach unten drückt und die Nadelzungen öffnet, damit die Nadeln die neuen Schlaufen sicher erfassen können [1].
Doppelbett Eine Ergänzung zum Hauptbett (Vorderbett), mit der sich auch linke Maschen und Rechts-Links-Muster stricken lassen -- Voraussetzung für Rippenmuster, Bündchen und Rundstricken, z. B. für Socken [2].
Fadenspannung Die Regulierung des Garnnachschubs durch eine Spannereinheit (meist am Galgen), um ein gleichmäßiges Maschenbild zu gewährleisten. Bei mir war das lange die Standard-Fehlerquelle für Maschensalat.
Lochkarte Ein mechanisches Steuerungselement für Musterungen. Bei Lochkarten-Feinstrickern beträgt die Rapportbreite in der Regel 24 Maschen [3].
Maschenweite (MW) Einstellrad am Schlitten, das bestimmt, wie weit die Nadeln beim Stricken nach hinten gezogen werden -- und damit, wie groß die Maschen ausfallen. Praxisbeispiel bei glatt rechts: MW 9 ≈ 27 Maschen, MW 6 ≈ 30 Maschen auf 10 cm. Höhere Werte erzeugen lockereres Gestrick [4].
Nadelbett Die metallene Schiene, in der die Stricknadeln lagern. Bei elektronischen Brother-Feinstrickern (ab KH 930) steht die volle Nadelbett-Breite von 200 Nadeln zur Verfügung [5] -- genau das Modell, das ich vom Flohmarkt habe.
Nadelsperrschiene Eine gepolsterte Schiene, die die Nadeln im Bett nach unten drückt. Die Polsterung ist ein Verschleißteil -- im Netz kursieren eigene Anleitungen, wie man sie selbst erneuert [6].
Rapport Die kleinste abgeschlossene Einheit eines Musters, die sich in der Breite und Höhe des Gestricks wiederholt.
Schlitten Das bewegliche Hauptteil der Maschine, das über das Nadelbett geführt wird und dabei die einzelnen Nadeln nach hinten zieht, um die Maschen zu bilden [4].
Zungennadel Der in Flachbettmaschinen verwendete Nadeltyp mit beweglicher Zunge -- das maschenbildende Element bei Strick- und Wirkmaschinen [7]. Die Zunge schließt den Haken, damit die alte Masche über die neue Schlaufe gleiten kann.

Klassifizierung der Maschinentypen

Meine Brother ist ein Feinstricker mit 4,5 mm Nadelabstand -- das hier ist die Einordnung, die ich mir gewünscht hätte, bevor ich beim ersten richtig dicken Garn dachte, die Maschine wäre kaputt.

Typ Nadelabstand (Beispielmodelle) Empfohlene Garnstärke (Handstricknadel-Äquivalent)
Superfeinstricker 3,1 – 3,6 mm [3] 1 – 2,5 [8]
Feinstricker (Standard) 4,5 – 5,0 mm [3] 1,5 – 3,5 [8]
Mittelstricker 6,5 – 7 mm [3] 2,5 – 5 [8]
Grobstricker 9,0 mm [3] 3 – 7 [8]

Nadelpositionen im Vergleich

Und hier der Buchstabensalat, der mich in den ersten Wochen fast zur Verzweiflung gebracht hat: Was bei Brother "D" heißt, heißt bei Silver Reed "C". Die Bezeichnungen variieren zwischen den Herstellern Brother und Silver Reed (ehemals Empisal/Knitmaster).

Meine erste Anleitung war für eine Silver Reed geschrieben — und ich habe an meiner Brother verzweifelt die Position „C" gesucht, die es dort gar nicht gibt. Sie heißt bei Brother „D". Zwei Hersteller, zwei Alphabete für dieselbe Nadelstellung: Nicht die Maschine ist kaputt, man muss nur wissen, welcher Buchstabe zu welchem gehört.

Funktion Brother Position Silver Reed Position
Außer Arbeit (Nadeln stricken nicht) A A
Arbeitsposition (Normales Stricken) B B
Muster-Vorwahlposition D C
Halteposition (Nadeln halten Maschen, stricken nicht) E D

Quelle für die Buchstaben-Zuordnung: eine englischsprachige Maschinenstricker-Community, die Brother- und Silver-Reed-Maschinen direkt gegenüberstellt [9].

Ich aktualisiere diese Liste, sobald mir wieder ein Begriff über den Weg läuft, bei dem ich selbst nachschlagen musste -- was, ehrlich gesagt, fast jede Woche passiert.

Last verified: 2026-07-16

Quellen